Literarische Spaziergänge mit Lesungen in Moskau vom 18. bis 23. September 2017 Unser Kalender

Rilke und Russland. Eine Literaturreise nach Moskau

Literarische Spaziergänge mit Lesungen

L. Pasternak "R.M.Rilke in Moskau" 1928
Reiner Maria Rilke auf dem Bild vom L. Pasternak

„Als ich das erste Mal nach Russland kam, ging ich nach einem kurzen Aufenthalt im Gasthaus trotz meiner Ermüdung sofort in die Stadt. Ich traf auf dieses: in der Dämmerung ragten die riesigen Konturen einer Kirche empor, an den Seiten im Nebel zwei kleine silberne Kapellen, auf den Stufen warteten Pilger auf die Öffnung der Türen. dieser für mich ungewohnte Anblick erschütterte mich in der Tiefe: zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich ein ausdruckbares Gefühl, etwas wie «Heimgefühl» – ich fühlte mit großer Kraft die Zugehörigkeit zu etwas, mein Gott, zu etwas in dieser Welt.“
So erzählte der junge Rainer Maria Rilke von seiner ersten Russland Reise im Jahr 1899.

 

Unser Ziel: ein umfassendes und detailreiches Bild von Rilkes Verbundheit mit Russland, die der Dichter wesentlich zwei längeren Reisen nach Russland und in die Ukraine verdankte.

Высоко-Петровский монастырь
Moskau. Vysokopetrovsky Kloster

 

Von unserem Hotel werden wir ein Moskau entdecken, was heute nicht mehr so patriarchalisch ist wie zu Rilkes Zeiten. Von den 848 Kirchen, die es vor der Oktoberrevolution gab, wurden 433 zerstört, geschlossen oder für weltliche Zwecke genutzt. Dies hat das Stadtbild verändert und wir können Moskau heute nicht so erleben, wie Rilke es gesehen hat. Wir werden aber Spuren des alten Russlands in der modernen Metropole finden.

 

In Moskau sind wir literarisch unterwegs. Wir lesen Gedichte und Briefe von Rilke und Lou Anderas-Salomé, wir reden über die berühmten russischen Schriftsteller und Künstler, deren Bekanntschaft Rilke gesucht hatte, mit denen ihn sein Leben lang wunderbare, rege Brieffreundschaft verbanden: Boris Pasternak und Marina Zwetajewa.

Rilke Projekt. Aufgang oder Untergang

In der russischen Malerei kannte sich Rilke besser aus als die prominentesten westlichen Kunsthistoriker. Er hat über Repin geschrieben und über Wasnezow; er hat sich eingesetzt für Ausstellungen russischer Maler in Berlin und für die Herausgabe von Büchern über russische Kunst. In Moskau haben wir die beste Gelegenheit russische Kunst kennen zu lernen – in  Tretjakowskaja Galerie.

Михаил Нестеров "Видение отроку Варфоломею"
Михаил Нестеров „Видение отроку Варфоломею“

Rilke Projekt. Alles ist eins

Rilke Projekt. Der Panther

Ein Auszug aus Rainer Maria Rilkes Schrift „Vom lieben Gott“ (1900):
Rainer Maria Rilke – Wie der Verrat nach Russland kam (Hörbuch)

Das schöne Moskau


Reiseablauf
:

1. Tag.
Ankunft und Begrüßung im Hotel.
Erster Stadtbummel durch das Stadtviertel Hamovniki zum-Kloster.
Einführung in das Thema.

2. Tag.
Besichtigung der Moskauer Kreml.

3. Tag.
Besuch der Tretjakowskaja Galerie

Brunnen „Impressionen“ in der Nähe der Tretjakow-Galerie

Bootsfahrt auf Moskwa-Fluss

4.Tag.
Spaziergang durch Kitaj-Gorod
Stadtbummel auf Twerskaja Strasse, Arbat und dem Gartenring.

5. Tag.
Ausflug zu den Sperlingsbergen (Worobjowy Gory)
Freier Nachmittag.
Optional – Besuch des Stadthauses von Leo Tolstoi

6. Tag.
Abreise.

In Kooperation mit
Evangelischem Bildungswerk Bremen
Tel.: 0421/346 15 35
bildungswerk.forum@kirche-bremen.de

Leistungen

  • Direktflug nach Moskau und zurück, Visum und Krankenversicherung für die Reise nach Russland
  • Transfer zum/ab Hotel
  • 5 Übernachtungen mit Frühstück im Hotel „Yunost“ im Stadtviertel Khamovniki
  • Eintritt in die Tretjakowskaja Galerie und Kreml Führung
  • Metro-Ticket für 5 Tage
  • Ausgewiesene Fachleute in der Reiseleitung und Gästeführung Vorort
  • Lebendige Literarische Spaziergänge mit Lesungen.

Kosten
ab 1.115 EUR im Doppelzimmer (Einzelzimmer Zuschlag: 200 EUR)

Literarische Spaziergänge mit Lesungen in Moskau vom 18. bis 23. September 2017 Unser Kalender

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3 Comments

  1. Für mich war diese Moskaureise rundum gelungen: alle Sehenswürdigkeiten standen irgendwie im Zusammenhang mit Rilke, die Stadt war so sauber und schön und selbst der manchmal allzu gedankenschwere Rilke erschien mir durch die neuen Russland-Erlebnisse begreifbarer.

    Für mich war natürlich besonders erfreulich, dass ich immer mal wieder Russisch lesen, hören, verstehen und sprechen konnte.

    Für mich am besten war, dass unsere Reiseleiterinnen Marina und Tanya alles so gut vorbereitet hatten, dass das Hotel nicht weit von der Metrostation und nicht weit vom Zentrum war, dass es einen Konferenzraum gab, dass wir bei unseren Ausflügen – ob gemeinsam oder in Kleingruppen – immer eine Begleiterin hatten, wenn wir wollten, dass wir aber auch auf eigene Faust losgehen konnten, und schließlich, dass sich alle so gut vertragen haben – die Kursmitglieder untereinander, die Kursleiterinnen miteinander und der Kurs mit Marina und Tanya!

    Vielen Dank!

  2. Gerade habe ich die Fotos unserer Moskaureise nachbereitet und schwelge noch einmal in Erinnerungen an:
    – die anregenden Stunden im schönen Seminarraum des Hotels Yunost. Unsere Leiterin Marina hat uns anhand eines sehr gut
    ausgearbeiteten Readers Rilke und seine Zeit in Rußland näher gebracht.
    – die vielfältigen Erkundungen Moskaus gemeinsam mit Marina und Tanya, besonders auch der Orte, die auch Rilke beeindruckt
    haben. Wir haben so viel gesehen, die mannigfalten Eindrücke werden noch lange in uns nachwirken.
    – an den Opernbesuch von Tschaikowskys „Eugen Onegin“.
    – an die angenehme und lebendige Atmosphäre in der Gruppe.
    Meine Reisefreundin Anke und ich sind noch 3 Tage länger in Moskau geblieben. Marina und Taya hatten uns auf diesen „Alleingang“ gut vorbereitet. Sehr zu empfehlen.!
    Herzlichen Dank an Marina und Tanya für ihre besondere und engagierte Reiseleitung!

  3. Moskau – ist das nicht viel zu groß, zu vielgestaltig, zu erdrückend?
    Rilke – ist der nicht viel zu innerlich, zu zarthauchend, zu sehr selbstbezogen?

    Das waren meine spontanen Assoziationen, als meine Frau im Juni mir die Teilnahme an einer Rilke- Reise nach Moskau vorschlug.

    Jetzt, nachdem wir von unserer „Literaturreise nach Moskau“ zurückgekehrt sind, habe ich viel Neues erfahren und einiges Alte neu sehen gelernt.

    Moskau nun: zugänglich, zum Teil sogar bescheiden, vielfältig zwar, aber mit Tiefgang (nicht nur dank der langen Metro-Rolltreppen, die bis ins Erdinnere zu reichen scheinen), nicht aufdringlich, sondern fast ruhig neue Aspekte der Vergangenheit und der Kunst erschließend.

    Für diese neue Sicht gibt es vier Voraussetzungen:
    die fundierte und kenntnisreiche Vorbereitung durch die Reiseleitung, ihre Fähigkeit sich auf die Bedürfnisse einer Reisegruppe einzustellen,
    der Mut, Akzente zu setzen und
    die Erfahrung damit, die richtigen Vorentscheidungen zu fällen.
    .
    Unsere Reiseleiterinnen haben das riesige Moskau für uns konzentriert und erfahrbar gemacht, gezielt zubereitet auf für unser Thema Wesentliches.

    Umgekehrt war es bei Rilke: er wurde ausgeweitet auf Wesentliches. Wir haben seine menschliche Umgebung in Russland kennengelernt und gesehen, wie seine Sichtweise vom einfachen, religiös geprägten Leben entstand und gefestigt wurde.

    Unsere literarische Reiseleiterin hat einen inhaltlich und gestalterisch hervorragenden Reader vorbereitet, den wir an den Vormittagen im Seminarraum des Hotels durchgearbeitet und genossen haben.

    Ich habe mich gut aufgehoben und sorgsam (aber unauffällig) geleitet gefühlt und merke jetzt nach der Rückkehr: das ist der Grund dafür, dass diese Literaturreise in mir haften bleibt und produktiv nachwirken wird.

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